Winterfütterung

Wir haben uns dem Schutz der Eichhörnchen verschrieben. Um dies jedoch ganzheitlich leisten zu können, müssten wir uns auch um den Schutz der Bäume bzw. des Lebensraumes bemühen, denn wir - die Menschen - nehmen den Hörnchen jedes Jahr tausende der für sie wertvollsten Bäume.

Gemeint sind die alten, hochstämmigen und fruchttragenden Bäume. Sie passen oft nicht in unser neues Gartenbild, müssen einem Anbau weichen, nehmen uns Licht und Sonne weg, oder es fällt uns ein anderer Grund ein, um sie in Kaminholz zu verwandeln.

 

Damit nehmen wir den Eichhörnchen nicht nur die Nahrungsgrundlage, wir zerstören auch den Lebensraum in 10 m Höhe. Dort oben sind die „Häuser“ und „Straßen“, Ruheplätze und Verstecke und oft auch Lagerplätze von Vorräten in kleinen Baumhöhlen, Astgabeln oder in den Kobeln. In einem intakten Mischwald können Eichhörnchen naturgemäß gut über den Winter kommen.

 

Die Tiere, die in unseren Parks und Gärten leben, finden allerdings eine ganz andere Situation vor: Zwar ist im Sommer und Herbst der Tisch noch reich gedeckt, häufig wird aber der Wintervorrat am Ende der Saison durch ordnungsliebende Gartenbesitzer zerstört. Noch vor dem Winter werden die Bäume gelichtet, die Sträucher in Kniehöhe gestutzt und auch die letzte Nuss aus den Beeten gefegt.

Eichhörnchen, die sich ihren Lebensraum in unseren Gärten ausgesucht haben, arrangieren sich auch mit weniger komfortablen Lebensumständen. Sie sind wahre Anpassungskünstler und meistern viele widrige Bedingungen, jedoch kann sich die Biologie nie so schnell anpassen, wie der Mensch zerstört.

 

Aus diesem Grund sind wir der Meinung, dass wir unsere Eichhörnchen im Winter mit Futter unterstützen sollten. Damit ist keine komplette Versorgung gemeint, sondern lediglich ein Zufüttern.

 

Wie das richtige Maß und das richtige Futter finden?

 

Mit ein paar einfachen Handgriffen zaubern Sie das leckerste Eichhörnchen-Frühstück selber.

 

Eine Mischung könnte aus folgenden Nüssen und Saaten bestehen:

  • Haselnüsse
  • Walnüsse
  • Zirbelnüsse
  • Getrocknete Maiskörner
  • Sonnenblumenkerne
  • Rosinen und Kürbiskerne
  • Maronen (Esskastanien) mögen Eichhörnchen sehr gerne, doch sind sie wegen ihrer extrem kurzen Lagerfähigkeit nur bedingt zu empfehlen

 

Weiterhin können Sie folgende Obst- und Gemüsesorten anbieten:

  • Weintrauben (sie gehören zu den Favoriten)
  • Äpfel und Birnen, sowie andere heimische Obstsorten
  • Gurken
  • Karotten
  • Broccoli
  • Zucchini

 

Mit ein wenig Fantasie und Kreativität können Sie die Zutaten variieren und so für Abwechslung sorgen.

 

Bitte verzichten Sie auf exotische Nüsse und Früchte und auf alles, was nicht zu dem Speiseplan der heimischen Eichhörnchen zählt. Diese Nahrungsmittel haben alle einen enorm langen Transportweg hinter sich und sind nicht selten von Schimmelpilzen befallen.

 

Achten Sie auch auf trockene Lagerung und Schutz vor ungebetenen Gästen (Mäuse und Ratten) Ihres Vorrates. Nur der Ordnung halber sollte an dieser Stelle nicht der Hinweis fehlen, dass das Futter schnell Feuchtigkeit aufnimmt und entsprechende Schimmelbildung einsetzt.

 

Zum Anbieten von Nüssen und Samen eignen sich spezielle Eichhörnchen-Futterhäuser, die Sie bei uns erwerben können.

Diese sind mit einer Klappe versehen, so dass keine anderen Tiere wie Vögel, Mäuse etc. die für die Eichhörnchen gedachten Nüsse und Sämereien stibitzen können.

 

Ein weiterer Grund für die Zufütterung ist die oft schon im Januar beginnende Tragzeit (Schwangerschaft) der Eichhörnchen.

 

Tragende und säugende Muttertiere haben einen erhöhten Energiebedarf. Können sie diesen nicht decken, trennen sie sich von einem oder mehreren Jungtieren, indem sie sie aus dem Nest werfen. Auch die Jungtiere, die bereits von der Milch abgesetzt wurden, sind auf Nahrungssuche - von Blättern und Sprossen alleine können sie sich nicht ausreichend ernähren.

 

Der Winter und die Zeit von Januar bis Juli sind ein harter Überlebenskampf für unsere Eichhörnchen, denn Nüsse, Wild-, Wald- und Blütenfrüchte sowie unser einheimisches Obst reifen erst in den folgenden Monaten.

 

Deshalb finden wir es besonders wichtig, das Futter bis in die Frühsommermonate anzubieten!

 

© Sabine Bergner-Rust / Bianca Ludwig