Rückführung zum Muttertier

Die Gründe, warum ein Jungtier gefunden wird, sind vielfältig, doch in den meisten Fällen wurde es nicht von der Mutter verstoßen, sondern durch andere Faktoren wie z.B. die Zerstörung des Nestes durch Räuber oder durch Baumfällarbeiten in diese Situation gebracht.

Da erfahrungsgemäß viele Jungtiere, die aus dem Nest gefallen sind, von der Mutter zurückgeholt werden, steht an oberster Stelle unserer Arbeit immer die mögliche Rückführung zum Muttertier.

 

Was ist hierbei zu beachten?

 

Vorab: Man darf die Tiere anfassen. Entgegen der landläufigen Meinung lassen sich die Mütter vom „Menschengeruch“ nicht abschrecken.

  • Wenn man ein Jungtier findet, sollte man dieses zunächst genau untersuchen. Hat es Verletzungen, wird es in der Regel nicht mehr von der Mutter zurückgeholt. In diesem Fall müssen Sie das Tier mitnehmen und ggf. tiermedizinisch versorgen lassen. Ist es unverletzt legen Sie es geschützt in die Nähe des Fundortes, entfernen Sie sich und beobachten Sie aus sicherem Abstand, ob die Mutter sich in der Nähe aufhält, gar das Tier zurückholt.

  • Ausgekühlte Tiere werden ebenfalls nicht zurückgeholt. Gehen Sie also in regelmäßigen Abständen zu dem Tier und wärmen Sie es in Ihren Händen wieder auf.

  • Auch Tiere, die zu lange unterversorgt und dadurch stark geschwächt sind, werden erfahrungsgemäß von der Mutter zurückgelassen. Hier sollte das Tier zuvor oder während der Rückführung dringend mit Flüssigkeit versorgt werden. Siehe hierzu "Erste Hilfe - Flüssigkeitsversorgung“.

  • Mütter, die eine Gefahr wittern oder die ständig gestört werden, werden das Tier erst holen, wenn sie sich in Sicherheit wiegen. Achten Sie also darauf, dass es möglichst wenige Störfaktoren gibt. Auch auf potentielle Räuber wie Krähen und Katzen in der Nähe des Fundortes muss genau geachtet werden. Ist es zu gefährlich für das Jungtier, muss die Rückführung abgebrochen werden.

  • Die Rückführung zum Muttertier kann durchaus einige Zeit in Anspruch nehmen. Haben Sie deshalb etwas Geduld, es lohnt sich!

 

 

 © SBR/BL 2009/13